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Autor: Alexandra Bankamp
✓ Geprüft von: Dr. Michael Bäcker Informatiker & Betriebswirt
Zuletzt aktualisiert: 06.07.2026
Stellen Sie sich vor, ein Freund fragt Sie: „Kennst du einen guten Handwerker?“ Wenn Ihnen sofort ein Name über die Lippen kommt, hat dieser Handwerker etwas richtig gemacht. Sie empfehlen ihn nicht aus Höflichkeit weiter, sondern weil Sie überzeugt sind.
Genau das versucht der Net Promoter Score in eine Zahl zu übersetzen. Er stellt nur eine einzige Frage – „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie uns weiterempfehlen?“ – und misst damit, wie loyal Ihre Kunden wirklich sind.
In diesem Artikel erfahren Sie, was der Net Promoter Score genau ist, wie Sie den Net Promoter Score berechnen, was ein guter Wert ist und mit welchen Maßnahmen Sie ihn gezielt verbessern.

Der Net Promoter Score (NPS) ist eine Kundenkennzahl, die die Weiterempfehlungsbereitschaft misst – also wie wahrscheinlich es ist, dass ein Kunde ein Unternehmen, Produkt oder einen Service weiterempfiehlt. Die Net Promoter Score Definition stellt damit nicht eine einzelne Interaktion in den Mittelpunkt, sondern die Gesamtbeziehung zwischen Kunde und Unternehmen.
Erhoben wird der NPS mit einer einzigen Net Promoter Score Frage:
„Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie [Unternehmen] einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen?“
Die Antwort erfolgt auf einer Skala von 0 (sehr unwahrscheinlich) bis 10 (sehr wahrscheinlich).
Anhand der Antwort werden die Befragten in drei Gruppen eingeteilt:
| Gruppe | Skalenwert | Bedeutung |
| Promotoren | 9–10 | Begeisterte, loyale Kunden, die aktiv weiterempfehlen |
| Indifferente (Passives) | 7–8 | Zufrieden, aber nicht begeistert; leicht abwerbbar |
| Detraktoren | 0–6 | Unzufriedene Kunden, die ihrem Umfeld abraten können |
Aus diesen Gruppen ergibt sich der Score.
Wichtig: Die Indifferenten fließen nicht direkt in die Berechnung ein, dämpfen aber das Ergebnis, weil sie den Anteil der Promotoren senken.
Der NPS ist deshalb so verbreitet, weil er einen direkten Bezug zum Wachstum herstellt.
Loyale Kunden bleiben länger, kaufen mehr und empfehlen weiter und senken damit die Akquisekosten. Eine Weiterempfehlung wirkt glaubwürdiger als jede Werbung, während ein Detraktor seine negative Erfahrung im Schnitt an deutlich mehr Menschen weiterträgt.
Für ein Contact Center hat der Net Promoter Score 3 praktische Vorteile:
Ein hoher NPS ist aber kein Selbstläufer. Er entsteht aus jeder einzelnen Service-Erfahrung, aus schnellen Reaktionszeiten, kompetenten Antworten und reibungslosen Prozessen. Genau hier setzen Unternehmen an, die ihren Kundenservice automatisieren und so konstant erreichbar bleiben.
Die Formel ist bewusst einfach:
NPS = Anteil der Promotoren (in %) − Anteil der Detraktoren (in %)
Der Score bewegt sich damit auf einer Skala von −100 (alle Befragten sind Detraktoren) bis +100 (alle sind Promotoren). Die Indifferenten zählen nicht mit.
Beispiel mit konkreten Zahlen:
Ein Unternehmen erhält 500 Antworten auf die NPS-Frage.
| Gruppe | Antworten | Anteil |
| Promotoren (9–10) | 250 | 50 % |
| Indifferente (7–8) | 150 | 30 % |
| Detraktoren (0–6) | 100 | 20 % |
| Gesamt | 500 | 100 % |
NPS = 50 % − 20 % = +30
Das Ergebnis wird üblicherweise als ganze Zahl ohne Prozentzeichen angegeben, hier also „NPS +30″.
Der Wert allein sagt noch wenig aus. Seine Aussagekraft entsteht im Vergleich über die Zeit und mit der eigenen Branche.
Eine pauschale Antwort gibt es nicht, denn der NPS hängt stark von Branche, Kultur und Erhebungsmethode ab.
Als grobe Orientierung gilt:
Wichtiger als der absolute Stichtagswert ist die Entwicklung über Zeit. Ein NPS, der von +20 auf +28 steigt, ist ein stärkeres Signal als ein einmaliger Spitzenwert.
Beachten Sie außerdem:
In Deutschland fällt der NPS kulturbedingt oft niedriger aus als im US-Markt, weil hierzulande seltener Höchstnoten vergeben werden. Branchenübergreifende Benchmarks sind deshalb mit Vorsicht zu genießen. Aussagekräftiger ist der Vergleich mit direkten Wettbewerbern und mit den eigenen Vorperioden.
Der NPS ist eine von 3 zentralen Kundenkennzahlen. Erst im Zusammenspiel ergeben sie ein vollständiges Bild. Jede beantwortet eine andere Frage.
| Kennzahl | Misst | Typische Frage | Perspektive |
| NPS (Net Promoter Score) | Weiterempfehlungsbereitschaft | „Würden Sie uns weiterempfehlen?“ | Relational, Gesamtloyalität |
| CSAT (Customer Satisfaction Score) | Zufriedenheit mit Ergebnis | „Wie zufrieden sind Sie?“ | Transaktional oder relational |
| CES (Customer Effort Score) | Aufwand bei der Interaktion | „Wie einfach war es?“ | Transaktional, nach Servicekontakt |
Kurz gesagt:
Der Customer Effort Score zeigt, wie mühsam ein Kontakt war, der Customer Satisfaction Score zeigt, wie zufrieden der Kunde mit dem Ergebnis ist, und der NPS zeigt, ob die Beziehung insgesamt trägt.
Einen umfassenden Überblick über alle relevanten KPIs finden Sie in unserem Artikel zum Messen der Kundenzufriedenheit.
Der Kern jeder NPS-Befragung ist die Standardfrage. Entscheidend ist, sie um eine offene Folgefrage zu ergänzen. Sonst wissen Sie zwar, wie hoch Ihr Score ist, aber nicht, was ihn antreibt.
Die Standardfrage
„Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie [Unternehmen] einem Freund oder Kollegen weiterempfehlen?“
Skala: 0 = sehr unwahrscheinlich / 10 = sehr wahrscheinlich
Hinweis von Dr. Michael Bäcker, Kommunikationsexperte bei SNcom:
„Der NPS sagt Ihnen, ob Kunden Sie weiterempfehlen. Nicht, warum. Erst die offene Folgefrage nach dem Grund macht aus der Zahl ein Steuerungsinstrument. Wir bei SNcom raten, jeden NPS immer mit einer Treiberfrage zu koppeln.“
Die Folgefrage (Treiberanalyse)
Diese Antworten lassen sich kategorisieren, etwa nach Erreichbarkeit, Bearbeitungsdauer, Kompetenz der Mitarbeitenden oder Produktqualität. So wird aus der Zahl eine konkrete Maßnahmenliste.
Employee Net Promoter Score (eNPS)
Dieselbe Logik lässt sich auf die eigene Belegschaft anwenden. Der Employee Net Promoter Score misst mit der Frage „Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie [Arbeitgeber] als Arbeitsplatz weiterempfehlen?„, wie loyal und engagiert die Mitarbeitenden sind. Gerade im Kundenservice gibt es einen klaren Zusammenhang: Zufriedene Agenten liefern besseren Service. Ein guter eNPS schlägt sich oft in einem höheren Kunden-NPS nieder.
Den NPS verbessern bedeutet, aus Detraktoren Indifferente und aus Indifferenten Promotoren zu machen. 3 Hebel sind dabei besonders wirksam.
Hebel 1: Den Closed-Loop schließen
Der häufigste Fehler ist, den NPS nur zu messen und nicht auf ihn zu reagieren. Eine Zahl im Dashboard hat noch nie einen Kunden zurückgeholt. Beim „Closed-Loop-Feedback“ wird jeder Detraktor zeitnah kontaktiert, sein Problem gelöst und die Ursache abgestellt.
Denken Sie an einen guten Freund, der sich bei Ihnen über etwas beschwert. Hören Sie weg, ist die Freundschaft beschädigt. Nehmen Sie ihn ernst und helfen ihm aus der Patsche, ist er Ihnen danach oft enger verbunden als jemand, der nie ein Problem hatte. Bei Kunden ist es genau dasselbe.
Beispiel:
Ein Detraktor, dessen Beschwerde wirklich gelöst wird, wird häufig zum überzeugten Promotor.
Hebel 2: Reibung im Service beseitigen
Weiterempfehlungen entstehen aus mühelosen Erlebnissen. Lange Wartezeiten, mehrfaches Schildern desselben Anliegens und Kanalbrüche drücken den NPS. Maßnahmen wie Skill-Based Routing für die kompetente Erstzuweisung, eine echte Omnichannel-Architektur und gut gestaltete Chatbots für Standardanliegen senken den wahrgenommenen Aufwand und heben damit auch den NPS.
Hebel 3: Erreichbarkeit und Reaktionszeit erhöhen
Kunden empfehlen Unternehmen weiter, die schnell und verlässlich antworten. Automatisierte Lösungen wie Voicebots und ein Contact Center mit AI sorgen für Erreichbarkeit rund um die Uhr und entlasten die Agenten für die wirklich komplexen Anliegen. Wie sich Zufriedenheit konkret steigern lässt, zeigen wir im Detail unter Kundenzufriedenheit steigern.
Die mitgliederstärkste Genossenschaftsbank Norddeutschlands wollte Anrufer schneller an den richtigen Berater vermitteln, ohne laufende Gespräche zu stören.
Gemeinsam mit SNcom wurde eine Omnichannel-Lösung mit Interactive Voice Response und intelligentem Routing eingeführt: Das System erkennt den Kunden anhand der Rufnummer, identifiziert das Anliegen per Spracherkennung und leitet direkt an den persönlichen Berater weiter.
Das Ergebnis: nachweislich zufriedenere Kunden und Berater sowie eine jährliche Kostenersparnis. Genau solche reibungslosen Erlebnisse sind es, die aus indifferenten Kunden Promotoren machen.
SNcom unterstützt Sie dabei, den Net Promoter Score als aktives Steuerungsinstrument zu verankern. Als herstellerunabhängiger Contact-Center-Spezialist mit Zugang zu führenden Plattformen (Genesys, novomind, Parloa, Enghouse, Onlim) begleiten wir Sie entlang der gesamten Optimierungskette:
Möchten Sie wissen, an welchen Stellen Ihrer Customer Journey aus Kunden Promotoren oder Detraktoren werden? Kontaktieren Sie SNcom für eine kostenlose Erstberatung.
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